"Christines bunte Ecke" - * 28.12.2007  

Trauriges


Hier geht es traurig zu. Die Geschichten nehmen viel Zeit in Anspruch. Aber diese Dinge, die hier geschildert werden, können jeden Tag und überall passieren, gerade in der heutigen Zeit, in der jeder nur noch sich selbst der Nächste ist.





Inhalt:

  • Ich bin doch erst 17
  • Tod einer Unschuldigen
  • . . .








ch bin doch erst 17 


Der Tag, an dem ich starb war ein ganz normaler Schultag. Ich wünschte mir so sehr, ich hätte doch den Bus genommen. Aber ich war zu cool für den Bus. Ich erinnere mich, wie ich meine Mama überredete, mir doch den Wagen zu geben. Ich war freundlich - "große Ausnahme Mama" - "alle anderen Kids fahren auch!"


Als die 15.00 Uhr Klingel ertönte, warf ich alle meine Schulbücher in meinen Spind. Ich war frei! Frei bis 8.00 Uhr am nächsten Morgen!
Ich rannte auf den Parkplatz, aufgeregt von dem Gedanken an das Fahren eines Autos und aufgeregt davon, mein eigener Chef zu sein!


Es spielt keine Rolle, wie der Unfall genau passiert. Ich war einfach dumm - fuhr zu schnell - versuchte, verrückte Sachen mit dem Auto zu machen - alles auszuprobieren! Ich genoß die Freiheit und hatte Spaß. Das letzte, an das ich mich erinnern kann ist, dass ich an einer älteren Dame vorbeifuhr, die sehr langsam des Weges ging.
Ich hörte einen ohrenbetäubenden Knall und bekam einen furchtbaren Ruck. Glas und Metall flogen überall umher. Mein ganzer Körper schien sich von innen nach außen umzudrehen!

Ich hörte mich selbst schreien. Plötzlich wachte ich auf; es war sehr still. Ein Polizist stand über mir.
      Dann sah ich den Doktor. Mein Körper war übel zugerichtet. Ich war voller Blut.
Stücke von scharfzackigem Glas steckten überall in meinem Körper. Komisch, ich fühlte keine Schmerzen.

Hey, nicht das Tuch über meinen Kopf ziehen - ich kann nicht tot sein. Ich bin doch erst siebzehn! Ich habe heute Abend eine Verabredung! Ich stellte mir vor, ich stehe nun einfach auf und genieße weiter mein bisher wundervolles Leben. Ich lebe sicher noch - ich kann doch gar nicht tot sein!

Später trugen sie mich in einem Sarg. Meine Leute mussten mich identifizieren. Warum musste sie mich in diesem Zustand sehen? Warum musste ich in Mamas Augen sehen - im schwersten Moment ihres Lebens? Papa sah plötzlich aus wie ein uralter Mann! Papa sagte zu dem Angestellten der Leichenhalle: "Ja, er ist mein Sohn!"



Das Begräbnis war eine seltsame Erfahrung! Ich konnte all' meine Freunde und Bekannten hinter dem Sarg laufen sehen. Sie gingen an mir vorbei, einer nach dem anderen - sie sahen zu mir herüber - mit den traurigsten Augen, die ich je gesehen habe. Einige meiner Freunde weinten. Ein paar Mädchen berührten meine Hand und schluchzten, als sie weitergingen.

Bitte - irgendwer - weck' mich auf! Lass' mich hier raus! Ich kann es nicht ertragen, meine Eltern so zerbrochen zu sehen. Meine Großeltern quälen sich mit dem Kummer, dass sie kaum mehr laufen können. Meine Brüder und Schwestern sehen aus wie lebende Tote. Sie bewegen sich wie Roboter. Jeder ist wie betäubt. Niemand kann glauben, was passiert ist. Und ich kann es genauso wenig begreifen.

Bitte, bitte begrabt mich nicht. Ich habe noch so viel zu tun. Ich will noch singen und tanzen können. Bitte bringt mich nicht nach unten.
Gott, falls du mir noch eine Chance gibst, ich verspreche Dir, ich werde der vorsichtigste Fahrer auf der ganzen Welt sein. Alles was ich will ist eine Chance!




Bitte Gott - ich bin doch erst siebzehn!


Verfasser unbekannt








Warum Mami? 


Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen


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Tod einer Unschuldigen 


Ich ging zu einer Party Mami
und dachte an deine Worte.

Du hattest mich gebeten nicht zu trinken
und so trank ich keinen Alkohol.

Ich fühlte mich ganz stolz Mami,
genauso, wie du es vorhergesagt hattest.

Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken Mami,
auch wenn die anderen sich mokierten.

Ich weiß, dass es richtig war, Mami
und dass du immer Recht hast.

Die Party geht langsam zu Ende, Mami
und alle fahren weg.

Als ich in mein Auto stieg Mami,
wußte ich, dass ich heil nach Hause kommen würde;

auf Grund deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami
und bog in die Strasse ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht
und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami
hörte ich den Polizisten sagen,
der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige,
die dafür büßen muss.

Ich liege hier im sterben Mami,
ach bitte, komm doch schnell.
Wie konnte mir das passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon!

Ringsherum ist alles voller Blut Mami,
das meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen Mami,
dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.

Ich wollte dir nur sagen Mami,
ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.

Es waren die anderen Mami,
die haben einfach nicht nachgedacht.

Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur:
Er hat getrunken und ich werde sterben!
Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.

Ich habe jetzt starke Schmerzen,
wie Messer - so scharf.

Der Mann, der mich angefahren hat, Mami,
läuft herum und ich liege hier im Sterben.
Er guckt nur dumm.

Sag meinem Bruder,
dass er nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein.

Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami,
schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.

Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami,
nicht trinken und dann fahren.

Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami,
würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer Mami, ich habe grosse Angst.

Bitte, weine nicht um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich dich brauchte.

Ich habe nur noch eine letzte Frage Mami,
bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken,
warum bin ich diejenige, die sterben muss?

W A R U M ?
_________________________________

ANMERKUNG: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School
(Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor
zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden.
Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN.
GIB ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN, WIE MÖGLICH WEITER.
WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN,
DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT!!!








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