Mama - warum sollte ich nicht leben?
Warum gabst du mir den Tod und nicht das Leben?
Mein kleines Herz, das schlug nicht lang,
Mama - ist dir denn gar nicht bang?
Ist dir bewusst, was du hast getan?
Mein Leben - es fing doch erst an!
Nie werde ich das Licht der Welt erblicken,
mich an deiner Zärtlichkeit erquicken...
Nie mit anderen Kindern lachen,
keine verrückten Sachen machen.
Mama, es schmerzt mich, das zu sagen,
kannst du diese Last denn mit dir tragen?
Du hast mir den Hauch des Lebens genommen.
Ach, ich hatte ihn ja kaum gewonnen.
Mama, tut es dir denn gar nicht weh,
als mein kleiner Leib dahin schmolz - wie Schnee?
Uns verband nur der Nabel, der mich ernährte,
diesen Nabel trenntest du - der mich doch nährte.
Ja Mama - weine, weine nur immer fort,
doch ich bin schon lange an einem anderen Ort.
Nur eine Frage - sie wird mich immer quälen,
doch die Antwort, sie wird immer fehlen...
Mama, warum sollte ich nicht leben?
Mama - warum nur?
Der verlorene Kampf!
Du hilflos winzig kleines Kind,
wie grausam doch die Menschen sind.
Du solltest nie geboren sein,
als sie dich töteten, wolltest du schreien.
Manch einer hätte dich gerne bekommen,
denn das Schicksal hat sein Kind genommen.
Vor Schmerz hast du weit dein Mündchen aufgerissen,
als sie dich zerrissen und danach in den Sondermüll schmissen.
Laut geschrien hättest du, wenn du es gekonnt,
doch so war es nur ein verzweifelter stummer Schrei,
und alle schauten weg, bis deine Qualen vorbei.
Es tut mir so leid, dass es so etwas gibt,
ich hätte dich bestimmt geliebt.
Für deine Mutter gab es Gründe, sogar ganz bestimmt,
aber niemand hatte das Recht, dass er dir dein Leben nimmt.
Du wärst sicher ein wundervoller Mensch geworden,
doch statt dich liebevoll zu schützen,
mussten sie dich schon im Mutterleib ermorden.
Für Kinder hatten sie keinen Platz und keine Zeit,
ich hoffe, du findest da wo du jetzt bist mehr Geborgenheit.
In diesem Zusammenhang wünsch ich mir,
dass ich niemals eines meiner Kinder durch den Tod verlier.